Am 17. April 2026 nahm eine Gruppe von Schöffinnen und Schöffen im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung der Vereinigung der ehrenamtlichen Richterinnen und Richter Sachsen-Anhalt/Thüringen e.V. an einer Exkursion in den Maßregelvollzug Hildburghausen teil. Die Veranstaltung wurde durch den Vorsitzenden der Vereinigung, Herrn Thomas Koßwig, als Seminarleiter fachkundig begleitet.
Zu Beginn des Besuchs erhielten die Teilnehmenden eine informative Einführung in die Geschichte und Entwicklung der Einrichtung. Das ursprünglich im Jahr 1866 errichtete Gebäude blickt auf eine lange Tradition zurück und wurde im Laufe der Zeit an die heutigen Anforderungen des Maßregelvollzugs angepasst. Derzeit verfügt die Einrichtung über 128 Behandlungsplätze.
Im weiteren Verlauf wurde deutlich, dass der Maßregelvollzug Hildburghausen großen Wert auf individuell abgestimmte Therapieangebote legt. Die Behandlungsmaßnahmen werden gezielt auf die jeweiligen Bedürfnisse der untergebrachten Personen zugeschnitten. Neben den therapeutischen Angeboten wird auch auf eine strukturierte und sinnvolle Freizeitgestaltung geachtet, die einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung und Rehabilitation leistet.
Im Rahmen einer ausführlichen Führung durch die Einrichtung erhielten die Teilnehmenden umfassende Einblicke in die verschiedenen Bereiche des Maßregelvollzugs. Herr Torsten Graßmuck sowie eine Kollegin begleiteten die Gruppe engagiert durch das Haus, erläuterten anschaulich die Abläufe und beantworteten geduldig und kompetent die zahlreichen Fragen der Teilnehmenden.
Die Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie erfüllt die Aufgabe der strafrechtlichen Unterbringung und Behandlung suchtkranker Straftäter gemäß § 64 StGB. Ziel der Behandlung ist es, das Rückfallrisiko nachhaltig zu senken, indem die zugrunde liegenden Suchterkrankungen therapeutisch aufgearbeitet werden.
Leitgedanke der Einrichtung ist es, die untergebrachten Personen durch gezielte therapeutische Maßnahmen und soziale Unterstützung dazu zu befähigen, künftig ein straffreies Leben im Einklang mit den gesellschaftlichen Normen zu führen. Die Behandlung wird durch vielfältige Rehabilitationsmaßnahmen ergänzt, darunter Unterstützung bei der Wohnungs- und Arbeitssuche, der Aufbau stabiler sozialer Netzwerke sowie eine strukturierte Nachsorge.

Abschließend gilt der besondere Dank der teilnehmenden Schöffinnen und Schöffen Herrn Graßmuck und seinem Team für die offene, informative und praxisnahe Gestaltung des Besuchs sowie der Vereinigung und Herrn Koßwig für die Organisation und fachkundige Begleitung dieser gelungenen Fortbildungsveranstaltung.



